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Tanzcafé › Musik und Demenz

Musik und Demenz im Altersheim

Was ich bei Musiknachmittagen auf Demenzstationen beobachte, und was sich für die Aktivierung mit meinem Tanzcafé bewährt.

Dieser Text beruht auf meiner Praxiserfahrung mit dem Tanzcafé als DJ in Alterszentren und Pflegeheimen. Er ersetzt keine fachliche oder medizinische Beratung.

Warum vertraute Musik so gut ankommt

Lieder aus der Jugend und dem jungen Erwachsenenalter bleiben oft lange im Gedächtnis. In Alterszentren und auch Demenzstationen erlebe ich immer wieder, dass Bewohnerinnen und Bewohner bei einem bekannten Schlager oder Oldie aufmerksam werden, mitsummen oder den Text sogar mitsingen. Das gelingt auch dann, wenn ein Gespräch kaum mehr möglich ist.

Wichtig ist, dass die Musik zu den Jahrgängen passt. Wer heute 85 ist, wurde um 1940 geboren und erlebte die Schlager der 1950er- und 1960er-Jahre und die Anfänge von Rock'n'Roll und Beat als junger Mensch. Dazu gehören Freddy Quinn, Peter Alexander, Vico Torriani, Caterina Valente oder Elvis Presley und die Beatles. Aber auch die Sommerhits aus Italien oder bekannte Filmmelodien oder Hits der 70er von Abba oder Boney M.

Was sich in der Praxis bewährt

  • Vertraute Lautstärke. Laut genug, dass alle mitkommen. Leise genug, dass es nicht überfordert. Ich spiele in moderater Lautstärke.
  • Bekannte Titel statt Neues. Evergreens, Oldies, Schlager und Ländler funktionieren besser als unbekannte Stücke.
  • Wenn erwünscht, kurze Pausen und angenehme Moderation. Ich kündige Lieder an, spreche langsam und lasse Raum für Reaktionen.
  • Mitmachen ohne Druck. Mitklatschen, Schunkeln, Sitztanz oder ein Tanz mit Pflegepersonen. Zuhören ist ebenso gut.
  • Wunschlieder. Ein Wunsch gibt Würde und Gesprächsstoff. Angehörige sollen eingeladen werden und schaffen Vertrauen beim Tanzen.
  • Schallplatte. Das Auflegen einer echten Vinyl-Platte weckt Erinnerungen. Viele schauen gerne zu. Ausserdem ist dieser Tonträger im Langzeitgedächtnis gespeichert. Würde ich mit dem Laptop die Musik spielen, wissen Demente Menschen nicht, woher die Musik kommt.

Für Aktivierungsfachpersonen: So bereiten Sie den Nachmittag vor

  • Ein Raum mit Platz für Rollstühle und Rollatoren.
  • Sitzplätze.
  • Pflegende, Angehörige oder Freiwillige, die einzelne Bewohnerinnen und Bewohner begleiten.
  • Eine Dauer von 60 bis 120 Minuten mit kurzer Pause, je nach Gruppe. Erfahrungswert von mir: 90 Minuten.
  • Wenn möglich eine Vorinformation an Angehörige. Viele kommen gerne dazu.

Häufige Fragen

Spielen Sie auch auf einer Demenzstation?

Ja. Ich passe Programm, Lautstärke und Moderation an die Gruppe an und stimme mich gerne vorher mit Ihnen ab.

Wie lange dauert ein Nachmittag?

Maximal 120 Minuten Musik. Kürzere Einsätze sind möglich. 90 Minuten sind aus Erfahrung gut.

Was brauchen Sie von uns?

Einen Raum, eine Steckdose, einen Tisch, einen Parkplatz. Tontechnik, Plattenspieler und Musik bringe ich mit.

Möchten Sie einen Musiknachmittag für Ihre Institution buchen? Zum Kontaktformular oder direkt anrufen: 079 458 77 46.